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Gegenüberstellung:
MS Virtual PC 2004 - VMware Workstation 4.5
Welcher Emulator soll es sein?
Überblick
Beide Produkte beherrschen die Bereitstellung virtueller Maschinen sicher und stabil. So entscheiden letztendlich die Details, mit welcher virtuellen Welt man sich einlassen sollte.
Im Folgenden werden die wichtigsten Unterschiede beider Emulatoren kurz und knapp gegenübergestellt, für Nutzer, die bereits wissen, was sie wollen.
Einen weitaus ausführlicheren Vergleich haben wir als PDF-File zum Download bereitgestellt.
Mit allgemeinen Grundlagen und Nutzungsbeispielen zum Thema. Schauen Sie bitte in unseren
Download-Bereich!
Die wichtigsten Unterschiede VMware4.5 - VPC2004:
Stabilität/Performance
Beide Systeme arbeiten gleichermaßen sehr stabil. In Sachen Geschwindigkeit liegt bei vielen Tests VMware leicht vorn, allerdings kann der kleine Vorsprung in der praktischen Arbeit größtenteils vernachlässigt werden.
virtuelle Hardware
VMware unterstützt, im Gegensatz zu VPC, USB1.1 und weiterhin SCSI-Geräte, wie z.B. im Host eingebaute Streamer.
Unpraktisch ist dagegen bei VMware die Verwendung eines speziellen VGA-Treibers, der nur in den VMware-Tools enthalten ist, ansonsten sieht das Gast-OS nur einen Standard-VGA-Adapter. VPC emuliert hier direkt eine S3 Trio 32/64 PCI, für die fast jedes OS Treiber bietet.
CPU
VMware-Maschinen laufen in unterschiedlichen Threads, was bei einem Multiprozessor-Host starke Performancevorteile bringt. Unter VPC laufen dagegen alle VMs im selben Thread und damit immer auf der gleichen CPU.
RAM
Eines der wichtigsten Doping-Mittel für heutige Betriebsysteme: viel RAM! Beide Emulatoren können nun, in den aktuellen Versionen, einer VM max. 3.6GB RAM des Hostsystems zuweisen, oder diesen RAM auf unterschiedliche VMs verteilen.
Plattenhandling
VMware kennt Platten im Modus Nonpersistent, Persistent und Undoable (mittels Snapshots). Alle Typen können in einer VM unter VMWare nebeneinander existieren. Dadurch kann z.B. die wichtige Systemplatte mittels eines Snapshots gesichert sein, eine Datenplatte kann im Modus Persistent unwiderruflich beschrieben werden und eine weitere Platte für temporäre Dateien könnte im Modus Nonpersisten betrieben werden. So kann der Systemzustand jederzeit mittels Revert wiederhergestellt werden, wobei die bearbeiteten Daten aber nicht verloren gehen. Und die temporären Dateien sind bei jedem Neustart immer automatisch verschwunden.
VPC kennt, im Gegensatz zu VMware, keine Nonpersistent-Platten, deren Änderungen immer automatisch verworfen werden. Unpraktisch ist, dass der Modus Undoable oder Persistent (normaler Modus), immer für alle Platten einer VM insgesamt wirkt. Damit ist auch die gewählte Option zum Verwerfen, Aufheben oder Festschreiben der Änderungen immer für alle Platten gültig. Wichtige Platten können so nur über die Verwendung einer sogenannten Differenzplatte sicher geschützt werden.
Suspend, Snapshot, Pause
Nur VMware beherrscht einen Snapshot im laufenden Betrieb um den kompletten Laufzeitzustand später blitzschnell, ohne Hochfahren der VM, wiederherzustellen.
VPC kann automatisch alle Hintergrund-VMs in einen Pause-Modus versetzen, um deren CPU-Resourcen freizugeben.
Einen praktischen Suspend-Modus beherrschen beide Systeme.
Netzwerkunterstützung
Hier liegt VMware klar in Führung: VMware unterstützt neun interne Switches, mit denen ohne Aufwand komplexe Netzwerke virtuell nachgebildet werden können. VPC kann da nur umständlich, mit im Host zu installierenden LoopBackAdaptern hantieren.
VMware bietet Portforwarding. Damit ist z.B. ein virtueller Webserver, in einer VM, die mit NAT betrieben wird, auch von außen erreichbar. VPC kann das nicht, hier muss die VM voll gebridged werden, um Dienste von außen zu erreichen.
Der integrierte DHCP-Server ist unter VMware frei konfigurierbar, VPC hat einen festen IP-Bereich.
Hostsysteme
VPC läuft nicht auf einem preiswerten Linux-Host. Dafür gibt es aber eine Mac-Version.
Gastsysteme
VPC unterstützt offiziell nur Windows und OS/2 als Gastsystem. Linux läuft zwar trotzdem, aber es gibt keine Virtual Machine Additions (Tools für Drag&Drop bzw. nahtloses Arbeiten mit der Maus). Ob es Support für Linux-VMs geben wird, bleibt fraglich.
Fazit
VMWare ist wegen seiner exzellenten Netzwerkunterstützung und der Multiprozessorfähigkeit vor allem für anspruchsvolle Nutzer empfehlenswert. Die Netzwerkkonfiguration bietet ausgereifte Möglichkeiten, um auch komplexere Testszenarien komfortabel aufzubauen. Endlich ist mit der Version 4.5 die RAM-Begrenzung von 1GB gefallen. So eignet sich die Workstation-Version nun auch für kleine bis mittlere Produktionsumgebungen.
VPC verzichtet auf ausgefeiltes Networking und nutzt nur eine CPU. Dafür bietet es dem weniger versierten Anwender vor allem Einfachheit und damit Übersichtlichkeit. Sein relativ niedriger Preis ist ebenfalls ein schlagkräftiges Argument im Einsatz für einfache Testumgebungen, Demos oder Schulung.
Wer auf USB-Unterstützung oder externe SCSI-Geräte nicht verzichten kann und wer als Host auch Linux verwenden will, dem bleibt nur die Wahl von VMWare.
Wird eine OS/2-Emulation benötigt, bleibt indessen nur der Griff zu Virtual PC.
Sven Ahnert
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